Nun wird auch Portugal und Ungarn in der Bonität herunter gestuft
Angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Situation einiger europäischer Länder ist es eine natürliche Folge, dass nun die großen Ratingagenturen ihren Rotstift ansetzen. Nach Griechenland und Irland ist nun auch Portugal an der Reihe und wird in seiner Kreditwürdigkeit nach unten gestuft. Doch eine Frage bleibt dabei weiterhin im Raum: Werden die Bewertungen der Ratingagenturen zu viel Bedeutung zu gesprochen?
Denn wenn Fitch und Co. die Bonität eines Landes nach unten schraubt, wird es teuer für den jeweiligen Staat. Es ist vergleichbar mit dem Ottonormalbürger. Möchte dieser einen Kredit für ein neues Auto von der Bank und kann ein geregeltes Einkommen sowie eine positive SCHUFA nachweisen, kann sich der Ottonormalverbraucher in der Regel über einen zinsgünstigen Kredit freuen. Anders sieht es aus, wenn kein geregeltes Einkommen und eine negative SCHUFA bestehen. Für die Bank ist das Risiko des Zahlungsausfalls zu hoch und entscheidet daher entweder über eine Kreditabsage oder aber über einen Kredit mit hohen Zinsen zur Absicherung. Anders sieht es da nicht aus, wenn man unter anderem das Beispiel Deutschland und Irland nimmt. Deutschland besitzt die höchste Bonitätsstufe und da vergibt man doch gerne einen Kredit. Bei Irland ist man dann doch vorsichtiger, schließlich verfällt das Land bald schon dem Ramschstatus.
Kritik an der Bedeutung der Ratingagentur
Das bedeutet, dass theoretisch wenige Buchstaben darüber entscheiden, wie die Kreditwürdigkeit des Landes ausfällt. Die Kritik dabei liegt sicherlich nicht nur bei der fehlenden Transparenz der Ratingagentur. Die Frage stellt sich doch, wie sich ein Land wie beispielsweise Irland erholen soll, wenn einerseits Milliarden aus dem EU-Rettungsschirm bekommt, allerdings keinen standfesten Fuß in die europäische Wirtschaft. Fast könnte der Eindruck entstehen, dass so eine Abhängigkeit entsteht ohne wirklich dabei selbst agieren zu können. Denn nicht nur, dass der Schuldenberg mit dem Rettungspaket steigt und auch die Zinsen der Staatsanleihen immer uninteressanter werden, sondern dass ein insolventer Staat wirtschaftlich auf die Strafbank versetzt wird. Also kommt man doch schlussendlich zur Frage, ob die Herabstufung der Bonität eines Staates angesichts der europäischen Krise mehr Schaden angerichtet, als das sie Gutes tut. Denn es gilt doch mit all den Maßnahmen den Staat vor dem Bankrott zu retten.
Portugals Kreditwürdigkeit nun auch nach unten gestuft
Aber es geht weiter mit dem Rotschrift. Nachdem die Ratingagentur Moody´s bereits in der letzten Woche Portugal eine Herabstufung androhte, setzt Fitch nun die Herabstufung in die Praxis um und setzt die Bonität Portugals auf A+. Viel schlimmer ergeht es Ungarn, die das Schicksal Portugals derzeit teilt. Allerdings ist Ungarn mit der Benotung von BBB kurz vor dem Ramschstatus. Damit aber nicht genug. Fitch sieht keinen guten Aussichten für das Land in Zukunft. Damit könnte der Ramschstatus wohl nicht mehr in weiter Ferne liegen.
Bildquelle: Gerd Altman/Pixelio.de






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