Krisenmechanismus & Rettungsschirm – Was hilft wirklich gegen Staatsverschuldung?

Staatsverschuldung weitet sich aus
In den letzten Wochen wird mit vereinten Kräften versucht die Euro-Zone zu stabilisieren. Krisenmechanismus, EU-Rettungsschirm, Finanzspritzen in Milliarde Höhen – Maßnahmen, die kurzfristig einen Effekt erzielen. Aber auch langfristig? Sicher ist indes, dass die internationalen Finanzmärkte nervös sind. Sichtbare Folgen: Verluste auf dem deutschen Aktienmarkt und ein Eurokurs, der zielsicher nach unten rutscht.
Nach einem europäischen Rettungschirm in Höhe von 750 Milliarden Euro, soll nun der Krisenmechanismus greifen. Künftig müssen private Gläubiger im Falle einer staatlichen Insolvenz auf offene Forderungen verzichten. Ein weitere Maßnahme, um das Auseinanderfallen des wirtschaftlichen Europas zu verhindern. Auseinander liegen derzeit die Meinungen, vor allem zwischen Ökonomen und Politik. Kein Grund zur Sorge, heißt es vermehrt aus Politikerkreisen. Ökonomen und Experten lassen sich indes nicht beruhigen. Nicht nur der Krisenmechanismus wird kritisiert, sondern auch die Politik der EZB. Während heftig diskutiert und abgewogen wird, steigen die Zinsen der spanischen Staatsanleihen, rutscht der Euro-Kurs nach unten und der deutsche Aktienmarkt schnauft in seinem tiefen Loch nach frischer Luft.
EZB-Vorstand Trichet bleibt beharrlich bei seiner Ankaufpolitik
Aber es scheinen nicht genug Anzeichen zu sein. Denn EZB-Präsident Jean Claude Trichet sieht in den derzeitigen Vorfällen auf den internationalen Finanzmärkten keine Bedrohung für die Euro-Zone (Quelle: Reuters). Mit gemischten Gefühlen wird nun die morgige EBZ-Sitzung erwartet. Klar ist, dass der Leitzins weiter auf Rekordniveau bleiben wird. Angesichts der finanzkritischen Situationen einiger europäischer Länder spielt das Thema Leitzins nur eine Nebenrolle. Viel relevanter ist die Entscheidung, ob nun weiterhin Staatsanleihen von der europäischen Zentralbank gekauft werden und wenn ja, dann hat sich Trichet mit seiner Ankaufpolitik durchgesetzt. Doch die Maßnahmen sind umstritten. „Die Fortsetzung und Ausweitung der Ankäufe problematischer Bonds von Euro-Risikostaaten beruhigt zwar die spekulativen Anleger kurzfristig, sie honoriert aber die Risikoverlagerung vom privaten Investor auf die Allgemeinheit und hat ganz problematische Anreizwirkungen für künftige Spekulationsbewegungen“ so beurteilte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmerman, gegenüber dem Handelsblatt Online und steht mit seinem Statement nicht alleine.
Muss nun auch Portugal gerettet werden?
Während die Finanzwelt auf Irland schaute, bahnte sich bereits die nächste Krise an und zwar in Portugal. Denn auch Portugal muss einen harten Sparkurs einhalten, um aus seinem Defizit herauszukommen. Indirekt betroffen könnte dann auch das Nachbarland Spanien sein, mit dem Portugal wirtschaftlich eng verknüpft ist. In Lissabon heißt es seit Wochen, dass Portugal eben nicht Irland ist. Aber hatte das Irland nicht auch in Bezug auf Griechenland immer deutlich betont? Aber die Zahlen sprechen eine ganz andere Sprache. Alleine die Neuverschuldung lag im letzten Jahr bei 9,4 Prozent und soll nun mit harten Maßnahmen heruntergeschraubt werden. Gleichzeitig überlegt die Rating-Agentur Standard & Poor´s Portugal auf die Bonitätsstufe A- herunterzustufen (Quelle: Handelsblatt). Das Ende bleibt noch offen, aber die Nervosität auf den internationalen Finanzmärkten steigt.
Auch der Euro leidet unter der Staatsverschuldung
Inzwischen ist das finanzielle Debakel einiger EU-Staaten auch beim Eurokurs spürbar. Nur leicht konnte sich die europäische Währungsgemeinschaft am heutigen Handelstag vom gestrigen Rutsch nach unten stabilisieren und kletterte wieder gering über die 1,30 US-Dollar Marke.
Bildquelle: Gerd Altman/Pixelio.de





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