Japans Schuldenberg wächst
Acht Billionen Euro - auf diese Summe beläuft sich aktuell Japans Schuldenberg. Irland, Griechenland oder Portugal sind dagegen nur ein kleines Rädchen zum japanischen Staatsdefizit. Inzwischen reagieren auch die Ratingagenturen und nach Poor & Standard´s ist nun Moody´s an der Reihe. Beide Agenturen sehen im Augenblick kaum eine Option, dass Japan seine Note AA2 langfristig halten kann, sofern nicht ein harter Sparkurs durchgeführt wird. Aber es gibt kaum ein Druckmittel, um Japan dafür zu bewegen, im Gegenteil, es wird weiter ausgegeben anstelle einzusparen.
Oberflächlich fällt das hohe Staatsdefizit in Japan kaum auf. Immer noch - wenngleich sie den zweiten Platz an China abtreten mussten – bleibt Japan die drittstärkste Wirtschaftsmacht. Und Schulden im Ausland gibt es kaum. Die liegen bei nicht einmal fünf Prozent. Die Probleme haben andere Wurzeln, die im Inneren des Kerns sich verstecken.
Sicherlich ist auch die Regierung selbst nicht ganz unbeteiligt daran. Vielmehr der Kurs, der eingeschlagen wurde. Der ist gelegt, aber es hinkt bei der Umsetzung. Seit Juni 2010 ist Ministerpräsident Naoto Kann an der Reihe - der fünfte Ministerpräsident seit 2006. Er möchte die Mehrwertsteuer erhöhen, um die Einnahmen zu erhöhen. Durchsetzbar? Wohl kaum. Denn der Widerstand der Opposition ist nicht gerade gering und die Bevölkerung selbst, bei ihr hat sich Naoto Kann seit Amtsantritt nicht wirklich beliebt gemacht. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis der nächste Ministerpräsident nachrückt.
Was in Japan bleibt, dass sind einerseits Investoren, die nicht nur ihr Geld ins Ausland bringen, sondern auch dort produzieren, eine aktuelle Verschuldung von 200 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und eine alternde Demographie – die ihr übriges in der japanischen Wirtschaft beisteuert. Inzwischen sind 21 Prozent der Japaner über 65 Jahren. Die Hälfte der Haushalte bezieht ihr Einkommen nicht mehr aus einem arbeitenden Lohn, sondern aus angesparten Vermögen, Rente und anderen Altersvorsorgebezügen.
Und da setzt die Spirale der Staatsverschuldung an. Denn bisher funktionierte es gut, den Haushalt mit Neuverschuldung zu finanzieren und bisher gehörten 95 Prozent der japanischen Staatsanleihen inländischen Anlegern. Aber die Sparquote der Japaner geht stetig zurück und Grund dafür ist mitunter die alternde Bevölkerung. Lag die Sparquote in den 80ern in Japan noch bei 20 Prozent, so liegt sie heute bei lediglich 5 Prozent. Ein weiteres Sinken wird befürchtet. Die Folge wird einerseits sein, dass die immer älter werdende Generation in Japan Staatsanleihen verkauft anstatt sie zu kaufen und andererseits wird es knapp mit der inländischen Kreditaufnahme.
Bildquelle: Basel 1/ pixelio.de






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