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Ist die lockere Geldpolitik der EZB ein Risiko?

11 Oktober 2010

Die führenden Ökonome sind alamiert durch die Liquiditätsflut der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank (kurz EZB). Auch auf der IWF-Tagung, die gerade in Washington stattfindet, wird dieses Thema eine große Rolle spielen. Mit gravierenden Folgen für die Weltwirtschaft rechnet auch der Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz ebenso wie die deutschen Volkswirte, da die sehr lockere Geldpolitik der Zentralbanken enorm hohe Kosten bringen könnte. Ein Chefvolkswirt von Barclays sagte, dass es nur zwei Alternativen gäbe. Entweder müssen die Pleiten von Schuldnern hingenommen werden oder es muss mehr Geld in Umlauf gebracht werden, um die offenstehenden Rechnungen zu begleichen. Dies führe aber unweigerlich zu eine hohen Inflation oder womöglich zu einer Hyperinflation. Auch andere Chefvolkswirte äußerten sich dazu. So auch der Chefvolkswirt der Commerzbank, der ebenfalls besorgt ist über die niedrig gehaltenen Leitzinsen. Er befürchtet dass die Zentralbanken das Risiko, neue spekulative Übertreibungen zu fördern, eingehen. Des Weiteren hofft er, dass die Europäische Zentralbank nicht dem Beispiel der US-Notenbank folgt, da diese wohl bald Staatsanleihen im großen Stil aufkaufen wollen. Auch der Krisenökonom Max Otte meint, dass nun der Punkt erreicht wäre und es nun mehr Schaden als Nutzen, angesichts der Fed verursachten Liquiditätsschwemme, bringen könnte.Allerdings würde dies aber auch daran liegen, dass die Banken niedrige Refinanzierungssätze bekommen, diese aber nicht an die Wirtschaft weitergeben würden. Aber auch die sogenannte “Ersparnisbildung” wird bestraft, denn eine sehr lockere Geldpolitik kann die Wirtschaftsstrukturen durcheinander bringen und in der Tat Chaos anrichten. Die globalen Devisenmärkte werden durch eine Liquiditätsflut von der EZB und Fed destabilisiert und es wird gleichzeitig die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die US-Wirtschaft einen Aufschwung erlebt. Doch leider passiert nichts außer Chaos im Rest der Welt.

Die Leitzinsen bleiben unverändert

Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank die Leitzinsen nicht erhöht und bleibt zum 17.Mal in Folge auf dem historischen Tiefstand von 1 Prozent. Auch gehen Ökonome davon aus, dass der Leitzins in dieser Höhe, bis Ende des dritten Quartals, erhalten bleibt. Nicht nur die EZB hält an der lockeren Geldpolitik fest, auch die Bank of England hat durch die schwache Konjunktur und trotz der hohen Inflation ebenfalls an der lockeren Geldpolitik festgehalten. Außerdem wurden Zweifel am Krisenmanagement der Zentralbanken laut. Das billige Geld hätte dazu beigetragen, dass diese globale Schuldenblase entstehen konnte und noch immer die ganze Welt leidet, seitdem sie 2007 geplatzt sei äußerte sich der Chefökonom der Commerzbank.

Die Gefahr der Währungskonflikte

Das Jahrestreffen des IWF wird im Zeichen des Währungskonfliktes (wir berichteten darüber) stehen. Die Geldpolitik rückt durch die Gefahr weltweiter Währungskonflikte immer mehr in den Hintergrund. Somit verzichten die Finanzminister und die Chefs der Notenbanken der wichtigsten Wirtschaftsnationen auf ein Treffen. Zumal diese einflussreiche Runde sich in zwei Wochen in Südkorea trifft. Das Wort Welt-Währungskrieg, welches in sehr schneller Zeit zu einem Top Thema wurde beunruhigt doch die Reichen Länder. Diese Wetteifern um billige Devisen ist Hauptthema der Finanzminister und der Notenbankchefs der sieben westlichen Industriestaaten (G7), wenn Sie sich zur Beratung zurückziehen – auch ohne den Hauptakteur China. Der IWF Direktor Strauss-Kahn ist nicht ohne Grund besorgt wenn er die Äußerung trifft, dass sich die Ansicht verbreitet man könne Währungen als politische Waffe einsetzen. Die globale Konjunktur könne somit ernsthaft bedroht sein. Der Weltbank Präsident Zoellick dahingegen meint dass es wohl klare Spannungen gebe, aber sehe nicht, dass es zu einen Währungskrieg kommen wird.

1 Kommentar »

  • Finanznachrichten.info sagt:

    Leitzinserhöhung in China bremst Anleger und Euro aus…

    Während in der Euro Zone der Leitzins immer noch klein gehalten wird, und hier auch keine Änderung in Sicht ist, hat China den Leitzins für die Volksrepublik erhöht. Die spontane, und so auch nicht erwartete Erhöhung des Leitzinses hat die Finanzmärkte…

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