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Irlands Staatsdefizit: Russisches Roulett ohne Gewinner

15 November 2010

Irlands Staatsdefizit wird zum EU-Thema

Während Deutschland den langersehnten Aufschwung bejubelt, herrscht in Irland eisige Stimmung. Denn das Staatsdefizit in Höhe von sechs Milliarden Euro ist der Tage zu einem europäischen Thema geworden. Noch Anfang dieses Monats hieß es, dass Irland sehr wohl alleine in der Lage sei, das Defizit mit einem harten Sparkurs auszugleichen. Zunächst bekräftigten auch andere Länder die Aussage des irischen Finanzministers Brian Lenihan. Doch nun werden die Spekulationen über europäische Finanzspritzen immer lauter und das wirkt sich beunruhigend auf die internationalen Märkte aus.

Noch in diesem Monat soll ein Vierjahresplan für die Ausgleichung des irischen Staatsdefizites vorgelegt werden, in dem dann im Detail erklärt wird wie Irland einen Weg aus der Finanzkrise finden kann. Doch eins ist bereits jetzt sicher, einfach wird es nicht. Denn die Zinsen für irische Staatsanleihen steigen konstant und das führt zu großen Sorgen, sowohl bei der EU wie auch auf den internationalen Finanzmärkten.

Steigende Zinsen der Staatsanleihen verschärfen Handlungsbedarf

Auch wenn sich die Bundesregierung sich sicher ist, dass Irland sich wieder finanziell alleine auf die Beine stellt, kann Deutschland trotzdem nicht den Blick auf die derzeit steigenden Zinsen der irischen Staatsanleihen verschließen. Denn würde die Bundesregierung Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren kaufen, müssten sie dann mit 9 Prozent Zinsen rechnen, die oben drauf kommen. Definitiv Rekordwerte. Schließlich wächst der Zweifel über den Märkten und der Glaube, dass Irland aus seinem Staatsdefizit heraus kommt und das ohne jegliche Hilfe, fällt gering aus. Dass aber die Zinsen so in den Himmel steigen, daran soll auch die Bundesregierung nicht ganz unbeteiligt gewesen sein, so zumindest die Meinung des irischen Ministerpräsidenten Brian Cowen und dessen Finanzminister Brian Lenihan. Denn neben Deutschland möchte ebenfalls Frankreich, dass bei Staatspleiten auch private Kreditgeber an die Leine genommen werden.

Es ist ein ständiges Hin und Her und die Gerüchteküche brodelt einfach gewaltig, geschnürt wird sie dann zusätzlich von der Sorge der Finanzmärkte. Nun heißt es nach einigen Medienaussagen, dass die EU-Staatshilfen inzwischen doch beantragt werden und Irland jetzt unter den schützenden EU-Rettungsschirm kommen wird. Einziger der weiterhin dagegen hält und standhaft bleibt ist Brian Lenihan. Denn Irland braucht keine Staatshilfen.

Irisches Finanzkarusell hat Auswirkungen auf den Devisenmarkt

Auch wenn sich der Devisenmarkt zu Wochenschluss wieder leicht erholte, war die Anspannung der Anleger doch deutlich anzumerken. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass der Eurokurs nicht standhalten konnte und am Donnerstag zum Handelsschluss von 1,3780 auf 1,3657 US-Dollar rutschte. Auch Experten sind sich inzwischen größtenteils einig, dass die Staatsschulden Auswirkungen auf den Devisenmarkt haben. Allerdings ist es nicht nur die irische Wirtschaft, die für Kopfzerbrechen sorgt, denn Portugal steht derzeit nicht besser da und kämpft mit seinen eigenen Defiziten. Aber was muss getan werden, damit sich der Devisenmarkt nicht aus der Ruhe bringen lässt. In erster Linie, so einige Analysten, müssten die einzelnen Ländern mit ihrer Haushaltspolitik überzeugen. Ob allerdings das standhafte Abwehren seitens Irland wirklich ein effizienter Weg ist, bleibt wohl derzeit noch offen.

Bildquelle: wortinspektor.com/pixelio

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