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Irland – vom aufstrebenden Wirtschaftswunder zum EU-Sorgenkind

28 November 2010
Bildquelle: wortinspektor.com/pixelio

Erst Irland, dann Portugal - der Rettungschirm wird aktiv

Die Medienberichte überschlagen sich in den letzten Tagen, Anleger zittern auf dem Börsenparkett und die Finanzkrise treibt im vollen Gange ihr Unwesen. Auch nachdem Irland sich nun unter den schützenden EU-Rettungschirm stellen möchte – da fällt die Entscheidung wohl erst am Sonntag, kehrt noch keine Ruhe ein. Nun ist Portugal und auch Spanien ins Visier der Öffentlichkeit geraten. Spekulationen, Studien und ansteigende Zinsen der Staatsanleihen der Peripherieländer sorgen am Anlegermarkt für nervöse Stimmung.

Nach einer Studie des Franklin Templeton Investments Unternehmen wird der wirtschaftliche Spalt zwischen Kern- und Peripherieländer immer größer. Denn Staaten wie Deutschland, Frankreich und auch die Benelux-Staaten konnten im zweiten Quartal diesen Jahres ihr Bruttoinlandsprodukt steigern. Griechenland oder Irland dagegen purzeln und zwar weiter in die Schuldenfallen. Theoretisch bestätigt die Studie damit die These der Weltwirtschafts-Theorie Wallersteins. Denn diese teilt die Welthierarchie in drei Schichten auf. Kernländer können ihren Wohlstand nur daher oder beziehungsweise mitunter erreichen, indem sie unter anderem Rohstoffe aus Peripherieländern beziehen, was wiederrum in diesen Ländern im Inneren zu einer Destabilität führt. Da die produzierten Primärgüter, eben auf einem niedrigeren Niveau hergestellt werden. Nun, eine wage Behauptung, dennoch eine durchaus plausible Erklärung. Aber gerade Irland, das sich in den letzten Jahren durchaus wirtschaftlich hocharbeitete, nicht ganz zutreffend, aber vielleicht zukünftig.

Dazu kommt natürlich die Haushaltsführung. Ein Minus von 20 Prozent sind auch für Normalbürger nicht einfach so auszugleichen und für einen Staat erst recht nicht.

Irland – ohne Hilfe kein Weiterkommen

Es stellt sich natürlich die Frage, was ist geschehen und was macht Irland, welches genau wie Deutschland oder Frankreich ein Mitglied der EU-Zone ist, so instabil? Vorweg gesagt, Irland auf eine Stufe mit Griechenland zu stellen, trifft einfach nicht zu. Wohl wahr ist jedoch, dass beide Länder kaum eine Rolle für die EU-Wirtschaft ausmacht. Gerade mal zwei Prozent liegen bei der Wirtschaftsleistung auf den irischen Schultern, Griechenland ebenso wenig mit drei Prozent. Aber im Gegensatz zu Griechenland kann Irland mit wirtschaftlicher Struktur aufwarten. Wenig Import, dafür mehr Export. Nichts mehr von einem Land, welches abseits am Rande von England liegt und keine Spur von einem Peripherieland. Aber genau da fangen die Probleme an. Eine wachsende Wirtschaft, die nicht aufzuhalten war und dann kam die Immobilienblase, wie ein Luftballon, in den man mit einer Nadel pikste, machte es Peng. Banken, die ihr Geld in Immobilien investierten, kamen ins Wackeln. Wie ein rettender Samariter kam die irische Regierung und stützte die an den Krücken gehenden Banken mit rund 45 Milliarden Euro. Aber anders als in jedem Märchen lebten nicht alle glücklich bis an ihr Lebensende, sondern mussten unter den Rettungsschirm, um nicht selbst unterzugehen.

Nun kommt Portugal an die Reihe

Aber das ist bisher nur Spekulation. Denn nach verschiedenen Medienberichten soll nun auch Portugal unter den Rettungsschirm geschubst werden. Doch bisher gab es noch keine konkreten Aussagen oder Zusagen. Allerdings zeigte sich bereits bei Irland, dass so manches Dementi am Ende sich ganz anders auswirkt.

Wortinspektor.com/pixelio

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