IEA gibt Ölreserven frei
In einer Blitzaktion haben 28 Industriestaaten ihre Ölreserven angezapft und werden den Markt in 30 Tagen mit Rohöl überfluten, um Benzinpreise zu senken und eventuelle Lieferengpässe aufgrund der gegenwärtigen Situation in Libyen entgegenzutreten. Die Finanzmärkte reagierten darauf nervös und die Nordseesorte Brent fiel an einem Vormittag um 1,3 Prozent auf 105,81 USD pro Barrel, auch WTI rutschte teilweise auf die 90 USD pro Barrel.
Ölreserven angezapft – Finanzmärkte nervös
Insgesamt wurden 60 Millionen Barrel Rohölreserven überraschenderweise freigeben, davon steuerte die USA rund die Hälfte bei. Auch Deutschland beteiligte sich an der der IEA-Aktion (Internationale Energieagentur) und gab das erste Mal seit sechs Jahren ein Teil seiner Ölreserven frei. Allerdings wurden nur rund zwei Prozent der insgesamt 25 Millionen Barrel aus den deutschen Lagern geholt. Der Rest muss Reserve bleiben, nicht zuletzt deshalb, weil Deutschland gesetzlich verpflichtet ist, sich im Fall eines Engpasses neunzig Tage autark mit Rohöl versorgen zu können.
Die Hoffnung der Verbraucher indes können trotz der Aktion womöglich nicht erfüllt werden. Das Bundesfinanzministerium bezweifelte in einer Stellungnahme, dass die Benzinpreise – die erst kürzlich vom Kartellamt kritisiert wurden – sinken werden. Dafür würden viel zu viele Faktoren in den Benzinpreis fließen, um konkret eine Senkung prophezeien zu können. Dennoch teilt Deutschland nicht die Meinung der IEA, die die Aktion mit Engpässen auf dem Ölmarkt begründete. Hingegen sieht Deutschland derzeit keinen Engpass auf den Industriestaat zu kommen. Und wenn Saudi-Arabien – wie auf dem G8-Gipfel besprochen – mehr Öl befördern wird, kann das die Lieferengpässe in Libyen eventuell ausgleichen.






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