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Die Illusion der guten alten D-Mark

21 Januar 2011

Mythos DM in Zeiten des Teuros

Zähneknirschend beißt sich der Euro derzeit durch die aktuell angespannte Europalage. Das rettende Ufer allerdings ist noch nicht in Sicht und die Wunschvorstellungen von den guten, alten D-Mark Zeiten indes nehmen immer mehr Formen an.

Katastrophale Inflation, das Auseinanderbrechen der europäischen Gemeinschaftswährung – die Medien überschlagen sich mit Meldungen über den Teuro, doch alles nur Humbug – die Preisentwertung des Euros ist sogar stabiler wie noch mit der D-Mark – zumindest lautet so das nun vorgelegte Untersuchungsergebnis der Versicherungsgesellschaft Allianz.

Doch es wird das gesehen was offensichtlich ist – eine unzertrennliche Gemeinsamkeit zwischen Konsument und Anleger. Auf der einen Seite stehen steigende Lebensmittelpreise, hohe Arbeitslosigkeit, stagnierende Löhne. Auf der anderen Seite befinden sich ein Eurokurs in Talfahrt, Staatsdefizite und allgegenwärtig – der EU-Rettungsschirm. Unter ihm ist bereits Irland geflüchtet, andere europäische Staaten könnten angesichts deren Finanzlage auf dem Fuße folgen.

Das aus den einzelnen Facts ergebene Bild lässt im ersten Augenblick – ganz offensichtlich – darauf schließen, dass es nicht gut um den Euro bestellt ist. Und tatsächlich kämpft die europäische Währungsgemeinschaft mit der aktuellen Lage in Europa und den immer neuen auftretenden Hiobsbotschaften.

Gleichzeitig – mit Blick auf Deutschland – ist die Rede von Aufschwung und Wirtschaftswachstum. Doch auch das lässt Zweifeln an der Stabilität des Euros, weil mehr Wachstum gleichzeitig die Inflation vorantreibt und wenn die EBZ – die derzeit lediglich beobachtet – den Leitzins nicht nach oben ändert, um eben ein Gleichgewicht zu schaffen, bleibt die Sorge trotz des herankommenden Aufschwungs. Und der gebeutelte Krisenherd des Euros lässt die Illusion der guten alten D-Mark neu aufkeimen.

Allianz lässt die Blase des Wunschdenkens über die D-Mark zerplatzen

Doch ein Wunschdenken entspricht nicht der Wirklichkeit – und so ist es zwischen Euro und der D-Mark. Um das zu konkretisieren, nahm die Versicherungsgesellschaft Allianz die Statistiken der Inflationsraten seit der Einführung der europäischen Währungsgemeinschaft in die Hand und verglich sie mit dem zu D-Mark Zeit herrschenden Preisauftrieb. Bei durchschnittlich 1,5 Prozent lag die Geldentwertung seit der Einführung des Euros in Deutschland pro Jahr. Rund 2,6 Prozent pro Jahr waren es jedoch noch zu D-Mark Zeiten. Das Ergebnis spricht wohl für sich oder vielmehr für die Stabilität des Euros.

Um das ganze einmal zu verbildlichen: Wer einen Euro zu Beginn der Einführung nahm und unverzinst auf die Seite lag, bekommt heute für diesen Euro 78 Cent. Fleißige Sparer, die in den 1970ern eine DM weglegten, bekamen bereits nach fünf Jahren nur noch so viel wie eben im Vergleich zu elf Jahren mit dem Euro.

Noch erstaunlicher wird es, wenn man einmal den Euro und die D-Mark gegenüber den US-Dollar stellt. Zu Anfang der europäischen Währungsgemeinschaft bekam man für einen Euro 1,18 US-Dollar, heute sind es durchschnittlich 1,30 USD. Zwar war es auch zu D-Mark Zeiten gerade in den 90ern nicht weniger. Übertroffen wurde das Ergebnis allerdings nur 1995 mit einer Marke von 1,43 USD. Nur gegen dem Franken, da haben beide Währungsformen keine nennenswerte Chance.

Bildquelle: F.H.M/Pixelio.de

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