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Das geteilte Lager zum Thema Leitzinserhöhung

6 April 2011
Bildquelle: Low400©/Pixelio

Das geteilte Lager zum Thema Leitzinserhöhung

In dieser Woche wird die europäische Nationalbank zusammenkommen und die Details über die Leitzinserhöhung bekannt geben. Sie war bereits lange angekündigt, dennoch herrscht weiterhin eine zweigeteilte Meinung über die Erhöhung, besonders jetzt nach den Ereignissen in Japan und den schwerwiegenden Haushaltsdefiziten einiger europäischer Staaten.

FTD Umfrage: Durchweg positive Haltung gegenüber der Leitzinserhöhung

In einer Umfrage der Financial Times, in der 41 Chefökonomen führender Geldhäuser in Europa und Nordamerika zum Thema Leitzinserhöhung befragt wurden, kristallisiert sich eine positive Haltung gegenüber der kommenden Handlung der europäischen Nationalbank heraus. Kaum einer der Umfrageteilnehmer hegt Zweifel daran, dass die Erhöhung des Leitzinses negative Auswirkungen auf die derzeit siebzehn EU-Staaten haben könnte, weil die einhellige Meinung besteht, dass die EZB den Leitzins in kleinen Schritten nach oben korrigieren wird – wenn auch gleichzeitig einzelne Details seitens der europäischen Nationalbank erst am Donnerstag bekannt gegeben werden. Trotz der positiven Haltung wissen die Befragten auch, dass es Folgen für die aktuell verschuldeten EU-Staaten haben kann. Würde der Leitzins erhöht, dann steigen gleichzeitig die Refinanzierungskosten für die Peripheriestaaten wie Griechenland oder Irland und das erschwert natürlich den Weg aus der Krise. Dennoch ist die EZB davon überzeugt, dass nur so die Inflationsrate von derzeit 2,6 Prozent wieder auf den in der EU vorgeschriebenen Satz von 2,0 Prozent zu senken ist. Ein Umkehren wird es wohl trotz den Ereignissen in Japan und den aktuellen Defiziten einiger EU-Staaten nicht geben. Alleine deswegen nicht, weil der Schritt hin zur Leitzinserhöhung bereits seit einigen Monaten akribisch vorbereitet wurde.

Schattengremium steht kritisch gegenüber der Leitzinserhöhung

Aber es gibt auch die Seite, die Bedenken an der Leitzinserhöhung der europäischen Nationalbank hegen. Im EZB-Schattenrat – ein 2002 gegründeter Ausschuss aus fünfzehn Ökonomen – war bei der Abstimmung nur drei für die Erhöhung des Leitzins, die übrigen elf Mitglieder sprachen sich gegen den kommenden Schritt der europäischen Nationalbank aus. Die dagegen stimmenden Begründungen fallen unterschiedlich aus – dennoch kommen sie auf einen Nenner: Die EZB kann sich mit der Leitzinserhöhung Zeit lassen, zum einen weil die Inflationsrate wieder sinken wird, wenn der Ölpreis sein Vorjahresniveau wieder erreicht und zum anderen weil die Lohn-Preis-Spirale nicht zu befürchten ist.

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