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Anleger setzen auf Schwellenländer

28 Oktober 2010

Immer mehr Anleger setzen auf Anleihen in Schwellenländern Rainer Sturm / pixelio.de

Auf der Suche nach attraktiven Erträgen haben die Anleger eine neue Anlageklasse entdeckt, Unternehmensanleihen aus Schwellenländern. Analysten sehen in der Rendite von 5,6 Prozent einen Indikator dafür, dass in den nächsten Jahren durchaus ein guter Ertrag zu erwarten ist. Der Irrglaube der lange Zeit herrschte, es könnten nur Staatsanleihen gekauft werden wenn in die Anleihen der Emerging Markets inverstiert werden solle, hat sich nun in diesem Jahr geändert. So sagte Franz Lörch der Fondsmanager bei JP Morgan Asset Management ist, dass die Anleihen aus dem Emerging Markets nun zunehmend als eigenständige Assetklasse gesehen werden und die Kunden gezielt danach fragen würden. Nicht dass die Entwicklung nicht nachvollziebar ist, da es schon sehr lange in den Industrienationen die Unterschiede der Staats- und Unternehmensanleihen gibt. Außerdem ist doch auch so, dass Aktien, die von Unternehmern aus Schwellenländern kommen ebenfalls schon lange in sind und die wirtschaftlich robusten Schwellenländer sind bereits verstärkt im Augenschein der Anleihenkäufer. Gerade die große Schuldenkrise, die im Euro-Raum herrscht, hat den Blick der Anleger verstärkt auf die guten Fundamentaldaten der Emerging Markets gelent. Somit hat diese enorme Nachfrage die Renditeaufschläge in diesem Jahr, im direkten Vergleich zu den US-Staatsanleihen, um je einen halben Prozentpunkt gedrückt. Bei diesen Renditeaufschlägen handelt es sich um auf Dollar lautenden Bonds von Staaten und Unternehmen aus den Schwellenländern. Außerdem bieten die Firmenbonds im Durchschnitt etwa 3,3 Prozentpunkte, das sind immer noch einen halben Prozentpunkt mehr Rendite wie Staatsanleihen zur Zeit bieten.

Attraktiv für Anleger – Durchschnittsrendite der Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern

Laut Bertelsen bieten die Bonds durchaus noch Potential, da die Risikoprämien zwischen 2005 und 2007 im Durchschnitt bei weniger als zwei Prozentpunkten lagen. Somit lagen sie um einiges niedriger als heute. Ein guter Indikator für den Ertrag der in den nächsten Jahren erwartet werden kann ist für Lörsch die aktuelle Durchschnittsrendite der Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern. Allerdings sieht Richard House, Leiter des Teams für Emerging-Market-Anleihen beim Dondshaus Threadneedle auch eine Gefahr. Gerade eine deutliche Erhöhung der US-Konjunktur, wenn die US-Notenbank die Zinsen erhöhen würde ist eine große Gefahr für die Entwicklung der Dollar-Papiere. Mit dieser Zinserhöhung würden die sehr niedrigen Renditen der US-Staatsanleihen enorm steigen was Renditen der anderen Dollar-Bonds sicherlich mit nach oben zieht. Diese widerum würde die Anleihekurse fallen lassen. Aber nicht nur eine Erhöhung der US-Konjunktur ist gefährlich, auch ein weiteres Abgleiten in die Rezession würde die Unternehmen der Schwellenländer stark belasten. House geht wie auch die anderen Experten aber nicht davon aus, dass es zu diesen Extremen kommen wird. Allerdings sind Experten sich auch sicher, dass die Zahl der Unternehmensbonds aus den Schwellenländern noch stark steigen wird, da diese Unternehmen dringend Fremdkapital benötigen, um das weitere Wachstum finanzieren zu können. Um internationale Investoren zu erreichen greifen die Unternehmen der Schwellenländer vorerst auf Dollar Anleihen zurück, was sich aber in dern nächsten Zeit ändern wird. Dann wird auch der Markt in Lokalwährungen geöffnet.

Die Unternehmen aus den Emerging Markets, hatten nach Berechnung der US Bank JP Morgen schon Ende letzten Jahres über 620 Milliarden Dollar ausstehen. Das ist gegenüber den europäischen Unternehmensanleihen mit Non-Investment-Grade-Rating, fast viereinhalb Mal mehr. Von daher ist es nicht wirklich eine Überraschung, dass nun auch besondere Fonds für Firmenbonds aus Emerging Markets bei immer mehr Vermögensverwaltern Beachtung finden. Das Handelsblatt hat ausführlich über das Thema berichtet im Artikel “Verlockende Schwellenländer

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